|
Tanja träumt (Genre: Jugendbuch von Jonathan Dilas, www.matrixseite.de, Roman, Mystery, über ein 13jähriges Mädchen im Umgang mit dem Träumen im Outbag Australiens, ca. 170 Seiten - abgeschlossen)
Inhaltsverzeichnis
Leseprobe: Aus diesem Lichttor entsteigt nun ein großes, breites Wesen mit einem hundeähnlichen Kopf auf seinen Schultern. Auf seinem Kopf sehen sie zwei kantige aufrecht stehende Spitzen, die schnell an Windhundohren erinnern und sich ein wenig zu bewegen scheinen, als hörten sie gleichzeitig die Umgebung ab. Eine lange, schwarze, dichte Mähne fällt nach hinten über seine Schulterblätter und verleiht ihm einen leicht afroamerikanischen Look. Seine Haut ist mittelbraun, wie die eines hellen Schokoladenkuchens, und auf den sehr breiten Schultern liegt ein gelber rundförmiger Kragen, der der Beginn eines locker nach unten fallenden, weißen Gewandes ist. In der rechten Hand des Wesens erblicken sie einen langen Stab, welcher einem Zepter oder einem Regentenstab ähnlich erscheint. Nun schließt sich das geheimnisvolle, knisternde Tor hinter ihm, sein Blick streift jeden Anwesenden und lässt einen Schauer über ihre Rücken jagen. Tanja und ihre Freunde wissen in diesem Moment, dass dieses Wesen sich nicht so leicht besiegen ließe, wie sein Heer, das er bestimmt mit seiner eigenen Traumkraft erschaffen und gegen sie gesendet hatte. Plötzlich hebt er den Stab an und lässt dessen Ende mit viel Kraft auf den Boden zurückprallen. Risse entstehen auf dem Boden und gleichzeitig ruft das Wesen mit donnernder Stimme: „Ich bin Soteph…“ Und aus der Stabspitze dringt eine leicht in der Luft erkennbare, kreisförmige Energiewelle, die sich schnell zu einer Art elektrischen Sturm entpuppt und auf Tanja und die anderen zurast. Pete steht neben ihr und schreit mit verzerrtem Gesicht: „Lasst uns abhauen. Er wird uns umbringen!“ Da sie nicht schnell genug fortspringen können, rennen Pete und Sam ein Stück weg und werfen sich dann zu Boden. Doch Tanja ist einfach zu fasziniert von Sotephs Auftritt, sodass die Energiewelle sie unmittelbar danach in Brusthöhe streift… Sie reißt Tanja nicht um oder hebt sie in die Luft und schleudert sie fort, sondern mit einem Mal hat sich Tanjas Äußeres völlig verwandelt. Sie trägt nun eine seltsame, ägyptische Kleidung. Ein eng anliegendes, blaues Wickelgewand, einen goldenen, dünnen Gürtel, ein ebenso goldenes Diadem oder zumindest einen seltsamen, aber wunderschön aussehenden Kopfschmuck mit einer Kobra, dessen Augen zwei rot leuchtende Rubine zieren. Goldene Schnürsandalen, die ihre Fesseln binden und funkelnde Armreifen verschönern noch ihren Anblick. Langsam erheben sich Pete und Sam wieder mit einem eigenartigen metallischen Geschmack auf ihrer Zunge und sie sehen nun eine wunderschöne, verwandelte Tanja vor sich, die nun, wie nach einem Zeitsprung, in einer uralten, aus einer faszinierenden, alten Kultur stammenden Kleidung vor ihnen steht oder vielleicht sind sie es, die mit ihrer Jeanskluft und den verwaschenen Sweatshirts hier Fehl am Platze sein mögen. Aber Soteph hat noch lange nicht zu Ende gesprochen und so fügt er seinem Satz hinzu: „…der Vergessene der Habitate!“ Die Gänsehaut, die nun über Sams und Petes Rücken jagt, ist derart unerträglich und mit einem Gruseln erfüllt, dass es ihnen die Tränen in die Augen treibt. Angsterfüllt und beinahe zur Flucht bereit hat Soteph allein ihnen bereits mehr Furcht einflößen können als das Heer mit Tausenden von Soldaten es je hätte tun können. Weit weit im Hintergrund hört man das Rufen von Steve, der die Hieroglyphen entziffert zu haben scheint… Pete stößt Sam an und sie beschließen für den Augenblick einen letzten Angriff gegen Soteph zu führen, indem sie alles geben und ihn endgültig besiegen wollen. Steve schreit noch immer lauthals, dass er die Symbole entziffert hat, und als sie kurz vor ihrem erneuten Angriff noch einmal zu ihm hinüberschauen, um ihm mitzuteilen, dass sie erst noch Soteph einmal angreifen wollen und als sie ihre Köpfe wieder zurück zu Tanja und Soteph drehen, sind diese verschwunden!
Tanjas ErinnerungenDas Volk steht zu den Füßen des Prinzen Ptah und seiner Prinzessin Nechbet, die als Götter verehrt wurden. Ptah präsentiert sich als aufrecht stehender Kämpfer mit einem langen Stab in seinen Händen, doch der Blick fällt sehr schnell auf seine spitzen Ohren, die einem Jagdhund gleich in die Höhe deuten. Seine spitze Schnauze und großen Augen mit goldenen Verzierungen an den Seiten, die sein Haar noch stärker zur Geltung bringen, wirken beeindruckend. Im Ganzen erscheint Ptah mit dem Kopf eines Hundes, der dennoch Intelligenz und Menschlichkeit ausstrahlt, auch wenn er dem Reich der Tiere entnommen zu sein scheint und dem Volk ebenso wie Nechbet imponiert, deren Schnabel wie ein Haken nach unten gebogen ist. Große, Falken ähnliche Augen und weißlich, getupfter Flaum zieren die Wangen und stellen im Ganzen den Kopf eines Geiers dar. Langsam und mit aller möglichen Grazie ergreifen sie ihre Masken und nehmen sie von den Köpfen. Ptah entpuppt sich als schöner Mann mit stattlicher Statur, braun gebranntem Körper und markanten, aber dennoch androgynen Gesichtszügen, ohne Bart, aber mit langen, zu Zöpfen gebundenen, schwarzen Haaren. Nechbet entpuppt sich als wunderschöne Frau mit langem schwarzem Haar, das mit unglaublicher Präzision auf ihre Schultern und über den Rücken fällt, so glatt und eben ist es zugeschnitten. Ihr Gesicht ist elegant und von einer zarten Blässe überzogen, als habe ein Künstler sie so eben aus einem Gestein geformt. Ihre Augen blitzen erwartungsvoll und zur gleichen Zeit zufrieden. Die Augenbrauen sind mit einem schwarzen Kohlestift verlängert und nach hinten gezogen worden. Das Volk jubelt und ruft ihre Namen, als sie sich ohne Masken ihrem Volk präsentieren. „Gibt es ein schöneres Reich als das unsrige, meine Geliebte?“, spricht Ptah Nechbet an. Vor ihnen eröffnet sich eine riesige, ägyptische Stadt, die sie von ihrem wundervollen Balkon aus betrachten können. All der Zauber und die Ästhetik erfreuen ihre Augen maßlos. So viele Eindrücke und Farben. Die Wege mit Marmor ausgelegt, Gebäude aus rotem Sandstein und in der Ferne eine mächtige Pyramide, die gänzlich mit weißem Marmor überzogen ist.
|