Die Rettung des Marienkäfers!
Sonntag, Februar 14th, 2010
Seit Tagen schon krabbelt hier manchmal ein Marienkäfer an der Fensterscheibe herum. Er scheint völlig gesund und fidel zu sein. Der Winter bietet jedoch nicht ausreichend Nahrung für ihn, so vermutete ich, und habe ihn dann heute eingefangen. Als ich ihn nach draußen auf die Balkonbrüstung setzte, fing er seltsamerweise sofort zu torkeln an, fiel ständig um und lag dann hilflos auf dem Rücken. Es schien, als würde ihn die Kälte verlangsamen, so wie es auch bei Fliegen der Fall sein kann oder bei vielen anderen Tieren. Ich besaß auch das Gefühl, dass ihm die Kälte einfach nicht gut tut. Wahrscheinlich wollte er mir genau das durch diese Handlungen, sich eben hilflos auf den Rücken zu legen, demonstrieren. Sprechen kann er nun einmal nicht, also entschied er sich für diese Kommunikationsform. Also habe ich ihn wieder reingeholt. Sofort erholte er sich und lief wieder auf meiner Hand herum als sei nichts gewesen. Die nächste Lösung war es, ihn einfach auf die Riesen-Pflanze im Flur zu setzen. Dort könnte er es vielleicht schaffen, den Winter zu überleben.
Als ich ihn auf die Pflanze setzte, schien er sehr zufrieden zu sein. Er krabbelte gleich drauf und scheint auch jetzt noch dort zu sein. Mal sehen, ob ich ihn wiedersehe…
Kaum schaffe ich es, meine Aufmerksamkeit von meiner gewohnten, physischen Realität zu lösen, landete ich wieder in den Wahrscheinlichkeitsfraktalen. Wenige Sekunden später war ich in neuer Frische wieder bei dem alten Mann. Wir saßen mal wieder am Feuer und schwiegen uns an. Erst als er zu fühlen schien, dass ich angekommen war, begannen wir unser Gespräch fortzusetzen. Dabei schaute ich in seine Augen und sie kamen mir irgendwie bekannt vor. Waren dies etwa meine eigenen Augen? Ich fragte mich, ob er vielleicht mein zukünftiges Selbst sein könnte oder mein indianisches Selbst, das ich einmal in einem anderen Leben gewesen bin. Ich war mir nicht sicher, aber eine gewisse Verwandtschaft war hier nicht auszuschließen.
Wieder einmal zeigte mir der alte Mann all die Menschen, wie sie auf ihrem Weg zur großen Erkenntnis waren, die sie von ihrem Level 1 zu Level 2 bringen würden. All die Menschen die ich kannte erblickte ich ebenfalls auf der Leiter. Jeder versuchte auf seine Weise dort hin zu kommen. Die einen mit mehr und die anderen mit weniger Erfolg. Es gab für niemanden ein Entrinnen!







